Die Geschichte von Ahrenshoop

Ahrenshoop wurde im Jahre 1311 erstmals urkundlich erwähnt. Vom 17. Jahrhundert an stand der Ort mehr als 200 Jahre unter schwedischer Verwaltung. Zu dieser Zeit lebten die Einwohner hauptsächlich vom Fischfang, der Schifffahrt und der Landwirtschaft. Erst im Jahre 1815, nach dem Wiener Kongress, ging Ahrenshoop zunächst an Preußen über. Fast 60 Jahre später wurde das Dorf durch die schwere Sturmflut von November 1872 stark verwüstet. Im selben Jahr entstand auch der bis heute bekannte Ahrenshooper Schifferfriedhof. 1880 errichtete ein Müller namens Heinrich Niemann die erste Windmühle in Ahrenshoop. Erst sehr viel später, im Jahre 1969, wurde die nun völlig verfallene Mühle komplett abgerissen.

Künstler formten das Bild von Ahrenshoop

Als der Maler Paul Müller-Kaempff 1889 bei einer Wanderung mit Oskar Frenzel mehr oder weniger zufällig den Ort entdeckte, war er tief berührt von der herrlichen und teilweise unberührten Landschaft. Nur drei Jahre später begann er, gemeinsam mit den Geschwistern Gerresheim, die ersten Malerhäuser zu errichten. Sie entstanden in der Ahrenshooper Dorfstraße und waren der Anfang der Künstlerkolonie. 1894 baute Müller-Kaempff das noch heute sehenswerte „Haus Lukas“. Es diente damals als Unterkunft und Atelier für die Schülerinnen des Malers. Im selben Jahr konnte der Ort schon rund 150 Badegäste zählen. Wenige Zeit später, im Jahre 1906, wurden bereits zwei Badeanstalten eröffnet, natürlich streng getrennt für Herren und Damen.

Das Dorf Ahrenshoop und seine nähere Umgebung auf einer andgezeichneten schwedischen Karte aus dem Jahre 1813.

Der Kunstkaten und die „Bunte Stube“ entstehen

Einer der heutigen Hauptanziehungspunkte des Ortes, der Kunstkaten, wurde im Sommer 1909 eröffnet. 1920 wurde das Gebäude aber wieder verkauft und fungierte anschließend zunächst als Wohnhaus. Zwei Jahre später hielt der moderne Fortschritt Einzug in die Gemeinde: Das Dorf erhielt die elektrische Stromversorgung. Im selben Jahr eröffnete Martha Wegscheider gemeinsam mit dem Grafiker Hans Brass eine weitere heutige Sehenswürdigkeit des Ortes: die faszinierende „Bunte Stube“. Auch der Rostocker Kunstmaler Rudolf Schmidt-Dethloff , die Schriftstellerin Käthe Miethe, der Bildhauer Gerhard Marcks und der Grafiker Fritz Koch-Gotha lebten und arbeiteten in den Folgejahren in dem Ort.

In den Jahren 1936 und 1937 errichtete die Wehrmacht auf dem „Hohen Ufer“ eine Küstenartillerie. Etwa fünf Jahre später wurde in Ahrenshoop ein separater FKK-Strand eingerichtet. Dies geschah durch die sogenannte „Polizeiverordnung zur Regelung des Badewesens“.

    Ahrenshoop wandelt sich zum Kur- und Künstlerort

    Im September 1944 wurden alle leer stehenden Gebäude des Ortes beschlagnahmt. Genau wie die Pensionen sollten sie für Evakuierte und Flüchtlinge zur Verfügung stehen. Ein Jahr später verließen die meisten Flüchtlinge den Ort aber bereits wieder. 1945 bekommt der Kulturbund von der sowjetischen Militäradministration den Auftrag, aus Ahrenshoop einen Kur- und Künstlerort zu machen. So konnte bereits im August 1946 erstmals wieder eine Ausstellung im Kunstkaten stattfinden. Wenige Jahre später wird die Ahrenshooper Kirche erbaut, der erste Gottesdienst fand am 14. Oktober 1951 statt. Es folgte ein Bauboom: 1955 wurde mit dem Bau des Seedeiches und der Fischlandchaussee begonnen, vier Jahre später bekommt der Ort eine eigene Wasserleitung.

    Die feierliche Eröffnung des Kurhauses erfolgte im Jahre 1970. Genau 20 Jahre später wurde der „Förderkreis Ahrenshoop“ gegründet. Am 1. Juli 1994 wurde das „Haus Lukas“ zum offiziellen Künstlerhaus der Gemeinde ernannt. Seit August 2010 befinden sich im Hermann-Abeking-Weg sogenannte Stolpersteine, um an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern.